HolyPoly
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Zusammenfassung
Die HolyPoly GmbH mit Sitz in Dresden ist ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Unternehmen, das sich auf geschlossene Kunststoff-Recyclingsysteme für Markenartikler spezialisiert hat. Das Unternehmen bietet umfassende Dienstleistungen im Rahmen von zwei Kernprogrammen an: „Take Back“, das maßgeschneiderte Systeme zur Sammlung von Kunststoffabfällen entwickelt und betreibt, und „Make Use“, das diese Abfälle in hochwertige, marktreife Produkte umwandelt.
Das Unternehmen arbeitet entlang der gesamten Produktentwicklungskette mit recycelten Materialien – von der Materialbeschaffung und dem Design bis hin zu Werkzeugbau und Fertigung. Dabei werden Ökobilanzen und nachhaltige Logistik berücksichtigt. HolyPoly hat mit großen Marken wie NUK, Mattel, Got Bag und Soulbottles zusammengearbeitet und wirkungsvolle Upcycling-Lösungen wie Spielzeug, Bausteine und Taschenkomponenten aus Haushaltskunststoffen entwickelt.
Unterstützt durch öffentliche Mittel des ESF (Laufzeit bis November 2025) und privates Crowdinvesting treibt das Unternehmen derzeit Innovationen beim Recycling komplexer Kunststoffe aus Geräten wie Waschmaschinen voran.
Hintergrund und Herkunft
HolyPoly wurde in Dresden als Reaktion auf das wachsende Missverhältnis zwischen der Nachfrage nach recyceltem Kunststoff und der fehlenden Infrastruktur zur Verarbeitung komplexer Kunststoffabfälle gegründet. Das Team vereint Experten aus Kunststofftechnik, Industriedesign, Einhaltung und Nachhaltigkeitskommunikation mit dem Ziel, Materialkreisläufe technisch fundiert und gesellschaftlich ansprechend zu schließen. Mit Unterstützung öffentlicher Fördermittel (wie dem ESF) und Crowdinvesting hat sich HolyPoly von einem Nischenberatungsunternehmen zu einer treibenden Kraft in der deutschen Kreislaufwirtschaft entwickelt.
Relevanz für das Handwerk
Materialfokus – Art des betroffenen Abfallmaterials
HolyPoly konzentriert sich darauf, problematische Kunststoffabfälle in wertvolle neue Produkte umzuwandeln, insbesondere solche, die normalerweise nicht recycelt werden. Dazu gehören Altartikel wie Schnuller, Spielzeug und Markenverpackungen, die im Rahmen von Rücknahmeaktionen mit Partnern wie NUK und Mattel gesammelt werden. Das Unternehmen verarbeitet auch technische Kunststoffe aus Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen und Geschirrspülern – Materialien wie PP, ABS und PC, die trotz ihrer hohen Qualität oft entsorgt werden.
Ihr ESF-finanziertes Projekt befasst sich mit diesen komplexen Kunststoffen und zielt auf die Schaffung skalierbarer Kreislaufsysteme.
Darüber hinaus arbeiten sie mit Partnern wie Got Bag zusammen, um ozeanschädigende Kunststoffe wiederzuverwenden, und mit Soulbottles, um recyceltes ABS aus Kühlschränken in sichere Bausteine in Spielzeugqualität zu verwandeln. Was HolyPoly auszeichnet, ist die Fähigkeit, Design und Verarbeitung an unvollkommene oder gemischte Materialien anzupassen – ein Ansatz, der für die Handwerksbranche, wo Einfallsreichtum und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen, von großer Bedeutung ist.
Zielgruppen
- Marken und Hersteller, die Kreislaufpraktiken einführen möchten.
- Handwerks- und Designunternehmen, die an der Verwendung von Recyclingmaterialien interessiert sind.
- Nachhaltigkeitsberater und Produktentwickler.
- Umweltpädagogen und Kampagnenmanager.
Beteiligte Akteure
HolyPoly arbeitet mit Marken (z. B. NUK, Mattel, Soulbottles), Verbrauchern, Recyclern, Einzelhändlern, Logistikpartnern, öffentlichen Geldgebern (wie ESF) und privaten Investoren zusammen, um geschlossene Recyclingsysteme zu schaffen.
Beteiligte Fachkräfte und ihre Rollen
Zu ihrem Team gehören Kunststoffingenieure (Materialprüfung), Designer (Produktentwicklung), Maschinenbauingenieure (Werkzeugbau und Produktion), Nachhaltigkeitsexperten (Einhaltung, Ökobilanz), Marketingspezialisten (öffentliches Engagement) und Logistikkoordinatoren (Sammlung und Lieferkette).
Verbindung der Praxis mit den im Projekt ermittelten
Bedürfnissen
Wissen über Abfallstoffe
HolyPoly verfügt über umfassende Kenntnisse über Abfallstoffe, insbesondere über komplexe und oft übersehene Post-Consumer-Kunststoffe. Das Team aus Ingenieuren und Materialwissenschaftlern prüft sorgfältig die Zusammensetzung und Recyclingfähigkeit jedes Kunststofftyps und gewährleistet so eine sichere und effektive Wiederverwendung. Dank dieser Expertise können sie auch aus verunreinigten oder gemischten Abfallströmen hochwertige Produkte herstellen.
Grüne unternehmerische Fähigkeiten
Durch die Integration von Abfallsammlung, Materialverarbeitung, Produktdesign und öffentlichem Engagement baut HolyPoly skalierbare Kreislaufsysteme auf, die sowohl ökologischen als auch wirtschaftlichen Mehrwert generieren. Die Partnerschaften mit großen Marken und die Nutzung öffentlicher Mittel zeigen, wie nachhaltige Geschäftsmodelle mit der richtigen Strategie und Zusammenarbeit erfolgreich sein können.
Kreativität und innovative
Lösungen
Kreativität und Innovation stehen im Mittelpunkt der Arbeit von HolyPoly. Das Unternehmen entwickelt maßgeschneiderte Lösungen, wie zum Beispiel die Umwandlung von Schnullern in Spielzeug oder Kühlschrankplastik in Lernbausteine, die Recycling mit emotionalem und funktionalem Wert verbinden. Diese designorientierten Ansätze machen Nachhaltigkeit greifbar und inspirieren Handwerksbetriebe, Abfall als kreative Ressource zu begreifen.
Methodischer Ansatz zur Umsetzung der Praxis
Prozessbeschreibung – Schritt-für-Schritt-Anleitung zur
Umsetzung der Praxis
Der Prozess beginnt, wenn sich eine Marke an HolyPoly wendet und um Hilfe beim Recycling ihres Plastikmülls bittet. Gemeinsam ermitteln sie, welche Produkte oder Materialien Teil eines geschlossenen Kreislaufsystems sein könnten: von gebrauchtem Spielzeug bis hin zu Kunststoffen aus Haushaltsgeräten.
HolyPoly entwickelt anschließend eine individuelle Rücknahmestrategie, kümmert sich um die Sammellogistik und prüft die Materialien auf ihre Wiederverwendung. Das Team entwickelt neue, auf den recycelten Kunststoff zugeschnittene Produktkonzepte, überwacht die Prototypen- und Werkzeugentwicklung und stellt sicher, dass alle Sicherheits- und Nachhaltigkeitsstandards eingehalten werden.
Sobald ein brauchbares Produkt fertig ist, helfen sie bei der Skalierung der Produktion und starten öffentlichkeitswirksame Kampagnen, die die Geschichte hinter dem recycelten Material erzählen – und machen den Prozess so sowohl funktional als auch emotional ansprechend.
Benötigte Ressourcen
- Aufklärungskampagnen (z. B. NUK „Schnullermonster“)
- Lebenszyklusanalysen, Sicherheitsdokumente und Konstruktionsdateien
- Fallstudien zum Recyclingerfolg
- Werkzeugsätze für die zirkuläre Produktentwicklung
- Interne Systeme zur Verfolgung, Sortierung und Qualitätskontrolle
Endprodukt
Das Endergebnis variiert je nach Projekt, ist aber immer ein neues, funktionales Produkt aus recyceltem Kunststoff, oft mit starkem Storytelling-Wert.
Beispiele:
- Sandspielzeug aus alten Babyflaschen und Schnullern (NUK)
- Spielzeugsichere Kunststoffbausteine aus recyceltem Kühlschrank-ABS (Soulbottles)
- Rucksackschnallen aus ozeanschädigendem und recyceltem PP (Got Bag)
- Recycelte Kunststoffartikel, die in Aufklärungs- oder Werbekampagnen verwendet werden.
Finanzierungsquellen für diese Intervention
Innovation, Verwendung neuartiger Methoden oder Technologien
Hindernisse und Herausforderungen
Zu den größten Herausforderungen zählen die Komplexität der Kunststoffabfälle, insbesondere aus gemischten oder verunreinigten Quellen, und die fehlende Infrastruktur zur Verarbeitung technischer Kunststoffe. Auch die Überzeugung von Marken, in langfristige Kreislaufsysteme statt in kurzfristige Lösungen zu investieren, ist weiterhin eine Hürde.
Weitere Schritte und Pläne für die Zukunft
HolyPoly plant, seine Arbeit an technischen Kunststoffen aus Haushaltsgeräten auszuweiten, skalierbarere Kreislaufmodelle zu entwickeln und seinen internationalen Kundenstamm zu erweitern. Darüber hinaus sollen standardisiertere Toolkits entwickelt werden, um Kreislaufdesign für mehr Unternehmen zugänglich zu machen.
Wichtige Auswirkungen – ökologisch, wirtschaftlich und sozial
Qualitäten und Kriterien, um die Praxis als effektiv,
effizient, nachhaltig und übertragbar zu betrachten
Qualitäten
Wirksamkeit: Wie gut erreicht die Praxis ihre Ziele?
Effizienz: Minimiert die Praxis den Ressourcenverbrauch und maximiert gleichzeitig die Ergebnisse?
Nachhaltigkeit: Trägt die Praxis zum Umweltschutz, zur sozialen Gleichheit und zur langfristigen Rentabilität bei?
Übertragbarkeit: Sind die Methoden auf andere Kontexte übertragbar?
Erforderliche Kompetenzen für die Umsetzung von Best Practices
Zuordnung von Aktivitäten zu Kompetenzen
Zugeordnete Kompetenzen
Wissen
Fähigkeiten
Einstellungen
Erforderlicher Schulungsbedarf für die Implementierung
- Grundlagen zu Kunststoffarten und Recyclingfähigkeit.
- Zirkuläres Produktdesign und nachhaltige Fertigung.
- Logistik- und Systemplanung für Rücknahmesysteme.
- Kommunikation und Storytelling für öffentliches Engagement.
Erkenntnisse
- Maßgeschneiderte Lösungen funktionieren besser als Einheitsmodelle im Recycling.
- Öffentliche Beteiligung steigert Recyclingerfolg und Markenwirkung.
- Hochwertige Recyclingprodukte erfordern sowohl technischen als auch kreativen Einsatz.
