WILDPLASTIC
Überblick
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Land
Art der Organisation
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Practice-Kategorie
Investitionsniveau
Art der Aktivität
Stichworte
Zusammenfassung
Hintergrund und Herkunft
Wildplastic wurde 2019 in Hamburg von einer Gruppe von Unternehmern, darunter Christian Raddatz, Gesa Biermann und Jasper Gabrielsen, gegründet. Die Idee entstand aus der Erkenntnis, dass Millionen Tonnen Plastikmüll, insbesondere in Ländern ohne funktionierende Abfallwirtschaftssysteme, nicht recycelt werden. Wildplastic nimmt sich dieses „wilde Plastik“, also den in der Umwelt vorkommenden Plastikmüll, vor und führt ihn zurück in den Recyclingkreislauf. Im ersten Jahr begann das Unternehmen mit der Zusammenarbeit mit lokalen Abfallsammelorganisationen in Indien, Indonesien und Haiti, wobei der Schwerpunkt auf ethischer Beschaffung und fairer Bezahlung lag.
Im Jahr 2021 brachte Wildplastic sein erstes Produkt auf den Markt: eine Versandtasche aus 100 % recyceltem Kunststoff, der aus in diesen Regionen gesammelten und in Europa verarbeiteten Kunststoffen hergestellt wird. Das Team ist auf rund 15 Mitarbeiter angewachsen und arbeitet nach einem Verantwortungseigentumsmodell. Dadurch wird sichergestellt, dass der Unternehmenszweck im Mittelpunkt steht und Gewinne reinvestiert werden. Wildplastic arbeitet mit namhaften Unternehmen wie OTTO und Hermes zusammen und hat 2022 sein Transparenztool WILDTRACKER eingeführt.
Relevanz für das Handwerk
Der Ansatz von Wildplastic ist für die Handwerksbranche von großer Bedeutung, da er sich auf Materialwiederverwendung, ethische Produktion und nachhaltiges Design konzentriert. Durch die Umwandlung von gesammeltem Plastikmüll in neue, funktionale Produkte zeigt Wildplastic, wie weggeworfene Materialien kreativ und verantwortungsvoll wiederverwendet werden können – Grundwerte, die viele Handwerker teilen. Ihr Modell ermutigt Kleinproduzenten und Designer, die Materialbeschaffung zu überdenken, und bietet Inspiration für die Integration von recyceltem Kunststoff in handgefertigte oder Kleinserienprodukte.
Dies entspricht der wachsenden Verbrauchernachfrage nach umweltbewussten Produkten und unterstützt die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in der handwerklichen Produktion.
Materialfokus – Art des betroffenen Abfallmaterials
Wildplastic konzentriert sich auf aus der Umwelt gesammelte Plastikabfälle, insbesondere:
- Polyethylen niedriger Dichte (LDPE) – wird häufig in Plastiktüten und Folienverpackungen verwendet.
- Polyethylen hoher Dichte (HDPE) – findet sich in Flaschen, Behältern und anderen langlebigen Verpackungen.
- Polypropylen (PP) – wird in verschiedenen Konsumgütern und Verpackungsmaterialien verwendet.
Dieses „wilde Plastik“ stammt von Mülldeponien, Straßen, Stränden und nicht verwalteten Mülldeponien in Ländern ohne wirksame Abfallwirtschaftssysteme.
Der gesammelte Kunststoff wird dann gereinigt, verarbeitet und in 100 % recycelte, wiederverwertbare Produkte umgewandelt.
Zielgruppen
- Geschäftskunden (B2B).
- Umweltbewusste Verbraucher und Unterstützer.
- Abfallsammler.
Beteiligte Akteure
- Lokale Müllsammler und NGOs: Engagieren Sie sich beim Sammeln von wildem Plastik und sorgen Sie für faire Arbeitsbedingungen.
- Geschäftspartner: Unternehmen wie OTTO und Hermes kooperieren mit Wildplastic für nachhaltige Verpackungslösungen.
- Verbraucher: Kaufen Sie Produkte aus recyceltem Wildplastik und unterstützen Sie die Initiative.
Beteiligte Fachkräfte und ihre Rollen
- Produktdesigner.
- Supply Chain Manager.
- Softwareentwickler.
- Kommunikations- und Marketingspezialisten.
- Impact-Partner.
- Nachhaltigkeitsbeauftragte.
Verbindung der Praxis mit den im Projekt ermittelten
Bedürfnissen
Wissen über Abfallstoffe
Grüne unternehmerische Fähigkeiten
Als zielorientiertes Unternehmen verkörpert Wildplastic grünes Unternehmertum. Es verbindet Umweltverträglichkeit mit einem tragfähigen Geschäftsmodell, ethischer Beschaffung und Produktentwicklung. Der Ansatz vermittelt, wie man ein nachhaltiges Unternehmen gründet und ausbaut: Aufbau von Lieferketten, Einbindung von Stakeholdern, Einflussmanagement und Herstellung von Produkten aus recycelten Rohstoffen – alles wichtige Fähigkeiten für aufstrebende Öko-Unternehmer im Handwerkssektor.
Kreativität und innovative
Lösungen
Wildplastic wandelt Abfall in Wertstoffe um – durch innovatives Produktdesign (z. B. klimaneutrale Versandtaschen), transparente Tracking-Tools wie den WILDTRACKER und Partnerschaften mit großen Einzelhändlern. Ihre lösungsorientierte Denkweise beweist, wie Umweltherausforderungen funktionale, marktreife und skalierbare Innovationen inspirieren können. Lernende lernen, verantwortungsvoll zu gestalten und gleichzeitig reale Bedürfnisse zu erfüllen.
Methodischer Ansatz zur Umsetzung der Praxis
Prozessbeschreibung – Schritt-für-Schritt-Anleitung zur
Umsetzung der Praxis
Kurze Implementierungsschritte
- Wählen Sie Kunststoffabfälle (z. B. LDPE, HDPE).
- Arbeiten Sie mit ethischen Sammlern im Ausland zusammen.
- Sammeln und transportieren Sie den Kunststoff.
- Recyceln Sie ihn zu Granulat.
- Stellen Sie neue Produkte her (z. B. Taschen).
- Fügen Sie Rückverfolgbarkeit hinzu (z. B. QR-Tool).
- Verkaufen Sie die Produkte an Unternehmen.
- Fördern Sie das Produkt und bauen Sie das Geschäft aus.
Benötigte Ressourcen
Endprodukt
Finanzierungsquellen für diese Intervention
- Anschubfinanzierung durch die IFB Hamburg.
- Kredite der GLS Bank.
- Investitionen von Purpose Ventures und anderen Impact-Investoren.
Innovation, Verwendung neuartiger Methoden oder Technologien
- WILDTRACKER: Ein digitales Tool, das den Weg des Kunststoffs von der Sammlung bis zum Produkt verfolgt und so Transparenz und Rechenschaftspflicht gewährleistet.
- Beschaffung aus nicht verwalteten Abfallströmen: Sie sammeln Plastik direkt von Mülldeponien, Stränden und Straßen in Regionen ohne formelle Abfallsysteme – ein ungewöhnlicher, aber wirkungsvoller Ansatz.
Hindernisse und Herausforderungen
- Inkonsistente Versorgung aus Regionen mit schlechter Infrastruktur.
- Hohe Transportkosten für den Abfalltransport zu Recyclingunternehmen.
- Fehlende Ausrichtung der Anleger auf langfristige Ziele.
- Technische Herausforderungen bei der Verarbeitung von Mischkunststoffen.
- Bedarf an Transparenz, gelöst durch die Schaffung von WILDTRACKER.
Weitere Schritte und Pläne für die Zukunft
Wichtige Auswirkungen – ökologisch, wirtschaftlich und sozial
Die wichtigsten Auswirkungen von Wildplastic sind ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Natur. Ökologisch gesehen entfernt es Plastikmüll aus der Natur, senkt CO₂-Emissionen und reduziert den Bedarf an neuem Plastik. Ökonomisch gesehen verwandelt es Abfall in marktfähige Produkte, unterstützt zirkuläre Geschäftsmodelle und generiert Einkommen. Sozial gesehen schafft es faire Arbeitsplätze für Abfallsammler, verbessert die Arbeitsbedingungen und baut ethische, integrative Lieferketten auf.
Qualitäten und Kriterien, um die Praxis als effektiv,
effizient, nachhaltig und übertragbar zu betrachten
Qualitäten
Wirksamkeit: Wie gut erreicht die Praxis ihre Ziele?
Effizienz: Minimiert die Praxis den Ressourcenverbrauch und maximiert gleichzeitig die Ergebnisse?
Nachhaltigkeit: Trägt die Praxis zum Umweltschutz, zur sozialen Gleichheit und zur langfristigen Rentabilität bei?
Übertragbarkeit: Sind die Methoden auf andere Kontexte übertragbar?
Erforderliche Kompetenzen für die Umsetzung von Best Practices
Zuordnung von Aktivitäten zu Kompetenzen
Zugeordnete Kompetenzen
Wissen
Fähigkeiten
Einstellungen
Erforderlicher Schulungsbedarf für die Implementierung
Erkenntnisse
Der Aufbau eines nachhaltigen Kunststoffrecyclingmodells erfordert langfristiges Engagement, ethische Partnerschaften und transparente Kommunikation. Technische Herausforderungen und die Ausrichtung auf Investoren sind entscheidend. Innovationen, wie beispielsweise Rückverfolgbarkeitstools, stärken Vertrauen und Wirkung.
